Ein Musterbeispiel österreichischer Tourenschi- Kunst aber auch österreichischer Veranstalter- Fähigkeiten konnten rund 130 Teilnehmer und zahlreiche Zuschauer beim bereits zum 25. Mal in Lienz/Osttirol ausgetragenen Laserzlauf bewundern. Nach enormem – und höchst gelungenem - Improvisieren der Veranstalter konnten Alex Lugger/Kärnten bei den Männern und Lydia Prugger/Steiermark bei den Damen die Siegertrophäen in Empfang nehmen.
Der wohl einzige Tourenschilauf Österreichs, der durchgehend 25 Jahre veranstaltet wird (nur einmal gab es eine Absage!) bot bei seiner Jubiläumsausgabe besondere Herausforderungen. Schon im Vorfeld des Rennens bereitete der enorme Schneemangel dem Veranstalterverein Alpenraute Lienz und seinem neu gekürten Obmann Markus Huber Kopfzerbrechen. In wochenlanger Arbeit schufteten zig Bergretter der Umgebung mit den Alpenraute Leuten, um die Strecke über das Laserztörl befahrbar zu machen. Für die Jubiläumsausgabe des Rennens waren zusätzliche 400 Höhenmeter in den Lienzer Dolomiten geplant. Das alles war ein guter Plan…
Am Renntag begann es um ca. 3:00 Uhr morgens in Lienz bei genau 0°C und tiefgefrorenem Boden zu regnen. Die Folge war ein zentimeterdicker Eispanzer, der die Straßen, aber auch die sorgsam präparierte Lauf-/Tragepassage bedeckte. Um 6:00 Uhr morgens entschied die Rennleitung: „Auf der Originalstrecke gibt’s kein Rennen, das ist zu gefährlich für die Rennläufer“. In nur 20 Minuten entschied man sich für eine Ausweichstrecke mit gleich vielen Höhenmetern. Die Lienzer Profis brachten das Kunststück zuwege, trotzdem auf Ausweichstrecke genügend Streckenposten und Helfer zu stellen und dazu noch eine neue Spuranlage auf die Ödkarscharte zu machen. Ein Kompliment an die Kaltblütigkeit dieses eingeschworenen Teams!
Das Rennen wurde nach einer kurzen Verschiebung - und bei zunehmend besserem Wetter - in Tristach gestartet und ging die ersten gut 1.000 Höhenmeter in flachem Gelände aufwärts zur Dolomitenhütte. Auf diesem Stück wurde enorm Tempo gemacht, viele gingen hier gleich das erste mal blau. Schon zu Beginn setzte Vorjahrssieger Hans Wieland (Atomic Suunto) ein brutales Tempo an…es war klar, dass er den Sieg wiederholen wollte. Auf seinen Fersen aber drei seiner Nationalkader- Kollegen: Alex Lugger, Alex Fasser (Rennteam Alpbachtal) und Andi Fischbacher (Atomic Suunto). Bei den Damen dominierte ebenfalls von Beginn Lydia Prugger (Atomic Suunto) und konnte ihre Verfolgerinnen Vroni Swidrak (Sport Schwaighofer) und Judith Grassl (DAV) vorerst locker auf Distanz halten. Am zweiten, zunehmend alpinen Teil der Strecke wurde das Tempo in den Spitzengruppen weiter gesteigert. Wohl wissend, dass Alex Lugger als zweiter im Feld seinen Heimvorteil auf der Abfahrt ausspielen könnte, legte Hans Wieland ein unglaubliches Tempo vor. Vorbei an der Karlsbader Hütte hatte Hans bereits 2 Minuten Vorsprung herausgearbeitet. Nach wie vor hinter ihm Alex Lugger, der bereits müde wirkte, Alex Fasser und Andi Fischbacher, dem das hohe Tempo ebenfalls an die Nieren ging. Aufgeschlossen hatte mittlerweile der „Geheimtipp“ der Saison, Stefan Kogler (Hagan-Martini-Rennteam). An der Karlsbader Hütte trennten sich nun auch die „kurze“ und die ASTC- Strecke. Während die Teilnehmer der Tourenklasse und der Jugendklassen abfellten und ins Tal rasten, ging es für die Langstrecken- Teilnehmer nun tatsächlich ins Hochgebirge bis zum höchsten Punkt auf 2.835 Metern Seehöhe in der bizarren Landschaft der Lienzer Dolomiten. Bei den Damen passierte diesen Punkt überraschend frisch Lydia Prugger, gefolgt von Judith Grassl und Vroni Swidrak. Auch den Damen blühte noch der Aufstieg in die windige Ödkarscharte. Von dort ging es hinunter bei überraschend guten Verhältnissen bis zum Ziel auf der Dolomitenhütte. Und hier kam es zu einem wahren Krimi: Hans Wieland fuhr, was das Zeug hergab, denn er wusste den abfahrtsstarken Alex Lugger in seinem Nacken. Doch dieser witterte seine Chance: am langen Ziehweg vor der Dolomitenhütte hatte Alex das bessere Wachs an den Bretteln, nutzte diesen Vorteil und überholte Hans 300m (!) vor dem Ziel. Die Reihung lautete schließlich: Alex Lugger (2:08:36,8) vor Hans Wieland (2:09:00,8) und Alex Fasser (2:11:19,8). Die Abstände bei den Damen komprimierten sich zwar bis ins Ziel etwas, an der Reihung und damit am Sieg der Ramsauerin Lydia Prugger konnte sich aber nichts mehr ändern. Die Wertung lautete: Lydia Prugger (2:46:19,8) vor der Deutschen Judith Grassl (2:48:52,6) und Vroni Swidrak (2:50:48,4).
Die heuer erstmals eingeführten Jugendklasse Cadet (Jg. 90 – 91) wurde gewonnen von Philipp Brugger (2:22:47,6), gefolgt von Martin Mattle (2:26:29,8) und Florian Wibmer (2:34:31,2). Die Juniorenklasse Cadett (Jg. 88 – 89) gewann Martin Walder (Sport Sunny, 2:12:38,7) vor Florian Brunner (2:35:02,2).
Die Tourenklasse gewann bei den Herren der Slowene Anze Senk (1:50:43,9) vor Klemens Bacher (1:59:01,5) und dem ebenfalls aus Slowenien kommenden Milan Senk (2:02:18,1). Die kurze Damenklasse entschied Katharina Wibmer (2:42:56,6) ungefährdet vor Hedwig Zwischenberger (4:07:03,7) und Angie Posch (4:23:36,9) für sich.
Die gesammelten Ergebnisse finden sich unter dem Menüpunkt „Ergebnisse“, Fotosfolgen unter „Bildergalerie“ demnächst.
Aus Sicht des neuen Österreichischen Nationalkaders war dieses letzte Testrennen vor dem Weltcuprennen am 13.1.07 in Val `d Aran (Spanien) eine Bestätigung der bereits geleisteten Arbeit. Insgesamt 8 Stockerlplätze und alle errungenen Siege gingen an Athleten und Athletinnen des Kaders. Das lässt für Spanien Gutes erwarten!
Ach ja, ohne Startnummer, im gemütlichen Tempo und fast wie ein zufälliger Beobachter war da ein alter Bekannter auf der Strecke: Martin Hornegger machte den ersten Ausflug zu einem Rennen im Schibergsteigen seit seinem Unfall…es geht weiter bergauf! Links zum Thema: ergebnisse/ergebnisse.htm
Die Festtage für unseren Sport reissen nicht ab. Trotz der widrigen Verhältnisse, wodurch viele es nicht zum Start schafften ( Glatteis für die anreisenden Teilnehmer/Innen, Schnee im Südtiroler Raum) waren weit über 100 Tourenskisportler/Innen beim Laserz gestartet. Sie brauchten ihren Start nicht zu bereuen. Obwohl in der Früh eine neuerliche Streckenänderung notwendig war, zauberten die Veranstalter um den neuen Obmann Markus Huber eine Alternativstrecke aus dem Hut, ohne dass das Rennen an Qualität verlor. Gratulation an alle Beteiligten von der Alpenraute. Sepp Klocker sei stellvertretend für die 70 Funktionäre erwähnt: selbst ein begeisterter Rennsportler, stellte er sich als Funktionär zur Verfügung, brachte seine Erfahrung ein.. da kann nur Gelungenes rauskommen. Das es letztendlich im Laserz rund um die Karlsbader Hütte pünkltich zur Ankunft der ersten Renner "aufriss" und plötzlich eine relativ gute Sicht brachte, war sowohl für Funktionäre wie Sportler der verdiente Lohn.
Wir Nordtiroler, die den Laserz besuchten, kommen nächstes Jahr mit Sicherheit wieder.
Geschockt war der Obmann der Alpenraute Huber Markus nur kurz, am Morgen des 6. Jänners, als vom Start die Nachricht kam, dass bei diesen Wegverhältnissen (ein 2 cm dicker Eispanzer hat sich über die Forststraße gelegt) an einen Start nicht zu denken sei. Nach einer kurzen Krisensitzung wurde der Start einfach auf den Tristacher Sportplatz verlegt, von wo aus eine mit Kunstschnee präparierte Rodelpiste auf die Dolomitenhütte führt. Innerhalb von zwei Stunden wurde der Start in Lavant ab- und in Tristach wieder aufgebaut. Sämtliche Streckenposten legten in Windeseile eine neue Aufstiegsspur auf die Karlsbaderhütte und von dort weiter auf die Ödkarscharte, damit das Rennen mit 30 Minuten Verspätung gestartet werden konnte. Die Einsatzbereitschaft wurde belohnt. Die Teilnehmer und Veranstalter wurden mit Sonnenstrahlen im Kessel der Lienzer Dolomiten begrüßt. Alle Teilnehmer waren von der alternativen Streckenführung begeistert.
Der Obmann Huber Markus bedankt sich auf diesem Wege nochmals recht herzlich für die zahlreiche Unterstützung seiner Mitglieder, den Bergrettern aus der Umgebung und allen weiteren Helfern.