Ein Auftakt der Weltcupsaison nach Wunsch und sogar noch ein bisserl mehr: insgesamt 4 Top Ten –Plätze, davon 3 im Weltcup, wurden von den 8 Athleten heute eingefahren! Bei den Damen waren es Lydia Prugger mit einem 7. und Michi Essl mit einem 9. Platz, die punkten konnten. Bei den Herren raste Hans Wieland auf einen sensationellen 8. Platz, und in der offenen Klasse konnte Philipp Brugger einen zweiten Rang in seiner Alterskategorie erringen.
Doch der Reihe nach: der Tag begann ausgesprochen ausgeglichen und ruhig, der späte Start des von Riccardo Selvatico (aus seine Kamera stammen die meisten Fotos, die man international vom Skibergsteigen sieht) organisierten Rennens ermöglicht ein lockeres Vorbereiten auf den Wettkampf. Trotzdem rückte keiner mehr aus, außer Toni Essl, der Vater von Michaela…selber ein Urgestein des Tourenskisports hat es ihn natürlich nicht im Hotel gehalten. Trainer Alex Lugger orderte das Mittagessen um 11.00Uhr relativ früh, der Rest des Vormittags ging mit Vorbereitungsarbeiten vorbei.
Um 13:00 Uhr wurde es langsam ernst, das Briefing fand in der Festhalle des Skigebietes Nevegal statt. Aufgrund der Vereisung des gesamten Geländes hatte die Jury noch eine Änderung der Strecke beschlossen, der 4. und bis dahin letzte Anstieg wurde in zwei kurze Anstiege im Gipfelbereich geteilt. Dadurch reduzierten sich auch die Höhenmeter auf 1.410. Die Junioren-Klassen hatten rund 1.000 Höhenmeter zu bewältigen und ließen 2 der 5 Anstiege aus.
Mit italienischer Pünktlichkeit wurde der für 15:15 geplante Start um 15:20 durchgeführt, und die rund 280 Athleten stürmten den Berg. Im ersten Startblock der Weltcupläufer ging es gleich ordentlich zur Sache, aber schon nach kuzer Zeit konnte sich ein geheimer Favorit absetzen: Killian Jornada (ESP) stürmte den Anstieg und konnte locker als erster die Wechselzone erreichen. Florent Troillet (SUI) folgte mit einem Gewusel an weiteren Franzosen und Italienern erst rund 30 Sekunden später. Und mitten drin im blauen Gewühl: Hans Wieland (Salzburg), der rot-weiß-rot mit einem 8. Zwischenrang ordentlich in Szene setzte. Ihm folgten nur wenig später um Rang 15 im Pulk die Österreicher Alexander Fasser (Tirol), Alexander Lugger (Kärnten) und Martin Bader (Tirol). Auch Klaus Gösweiner (Steiermark) folgte auf den Fuß. Bei den Mädels erreichte Michi Essl (Salzburg) als erste den ersten Anstieg vor Lydia Prugger (Steiermark), beide an guter Position. Vorneweg die Dominatorin der letzten Saisonen, die erst 24-jährige Laetitia Roux (FRA) und der 20-jährige aufgehende Stern Mireia Miro (ESP). Die Position von Philipp Brugger (Tirol) war vorerst nicht abzuschätzen, er war mit den Jugendklassen eine halbe Stunde nach den anderen gestartet.
Nun ging es im wilden Ritt über die Kuppen und lichten Gipfelregionen oberhalb von Belluno. Zum Teil durchaus steil, wie auf der ersten Abfahrt, aber immer auf eisigen Gelände, knallhart und nicht ungefährlich. Wie hart der gefrorene Altschnee war, testete Klaus Gösweiner aus, der sich in der dritten Abfahrt ordentlich niederlegte und gleich einen Stock dabei anbaute. Das rutschige Gelände brachte einerseits zwar schnelle, andererseits aber ausgesprochen anstrengende Anstiege mit sich, an manchen Stellen hingen die Athleten fast ausschließlich in den Stöcken, an den hinteren Positionen der offenen Klasse spielten sich Dramen ab.
Die Positionen unser Kämpferinnen und Kämpfer festigten sich nun langsam. Hans Wieland hatte sich dauerhaft in einer Gruppe mit den Franzosen Dennis Brunod und Alexandre Pellicier und den Italienern Manfred Recihegger und Lorenzo Holzknecht festgebissen. Alex Lugger konnte Fasser, Bader und Gösweiner hinter sich lassen. Und Lydia Prugger war nach laufenden Positionskämpfen mit der Schweizerin Severine Pont-Combe Ihrer Teamkollegin Michi Essl davongezogen. Philipp Brugger konnte sich mit konstanten Aufstiegen und rasanten und sicheren Abfahrten in der Jugendklasse ganz vorne einreihen. Philipps Formkurve zeigt sehr deutlich nach oben....da entwickelt sich was großes...
Nach einer kurzen Tragepassage am 5. Anstieg ging es schließlich in die finale Abfahrt. Mit schon etwas lädierten Oberschenkeln und bei mittlerweile schlechter Sicht (die Dämmerung hatte eingestezt), preschten die Athleten noch eine eisige Skipiste bis ins Ziel hinunter, am Limit.
Das Ranking zu guter letzt:
Herren: 1. Killian Jornet (ESP, 1:11:38), 2. Yannik Buffet (FRA, 1:13:00), 3. Florent Troillet (SUI, 1:13:07), 8. Hans Wieland (AUT, 1:14:46), 18. Alexander Lugger (AUT, 1:18:05), 22. Alexander Fasser (AUT, 1:19:22), 25. Martin Bader (AUT, 1:21:09), 32. Klaus Gösweiner (AUT, 1:23:57) Philipp Brugger vermutlich 2. In seiner Klasse, Ergebnisse standen bei unserer Abreise noch nicht fest.
Resümee dieser ersten Weltcup- Ausrückung der Saison: die Dichte vorne wird immer größer, bei Fehlern, mangelnder Konzentration oder schlechter Tagesverfassung wird man gnadenlos nach hinten durchgereicht. Vor allem die jungen Nachwuchsathleten der Führungsnationen drücken extrem an, die Ausbildung in eigenen Schulen und die massive Unterstützung des Sports in diesen Ländern macht sich langsam bemerkbar. Unsere Österreicher sind allerdings auch allesamt in hervorragender Verfassung, die Formkurve stimmt für die kommenden Aufgaben. Höhepunkt ist die EM Mitte Februar, bis dahin stehen noch 2 Weltcupeinsätze auf dem Programm.
Wiederum super Leistungen unserer Mannschaft, da kann man nur gratulieren!! Auch ohne großartiger Unterstützung (im Vergleich zu anderen Nationen) schaffen es unsere Athleten solche Erfolge heimzubringen. Weiter so, denn vielleicht kommt ja irgendwann doch noch die große Förderung für unseren Sport. Aber dann erst... da werden wir Österreicher nicht mehr zu bremsen sein!!