Was für ein Rennen! Skibergsteigen in Reinkultur wurde heute in Mühlbach geboten bei der Österreichischen Meisterschaft im Einzelbewerb.
Nachdem sich gestern die Vorbereitungen wegen der seltsamen Wetterlage zur großen Schwierigkeit entwickelten, war der heutige Tag schon am frühen morgen geprägt von wunderbaren Vorzeichen. Auf die sternenklare Nacht folgte ein strahlender Wintertag!
Wie man beim bekannten Team rund um Markus Stock, Tom Wallner und den Meisterorganisator Hannes Laner nicht anders erwarten konnte, waren die Vorbereitungen für die Knappen-Königs-Trophy perfekt erledigt, als sich heute morgen rund 120 der besten Skibergsteiger Österreichs an der Startlinie am Arthurhaus anstellten. Die Strecke wiede rein bisserl alpiner als noch im letzten Jahr, dazu 3 (!) Durchgänge der Athleten bei Start/Ziel, also ein super Angebot für die Zuschauer. Wie bei der ÖM nicht anders zu erwarten, hatte sich die gesamte Österreichische Elite eingefunden, um sich zu rittern.
Nach dem Start kam zuerst einmal der elichtere Teil des Rennens: ein Aufstieg auf und eine Abfahrt vom Hochkeil, gegenüber der Mandlwände. Nach dieser ersten Runde sah die Reihung wie folgt aus: Hans Wieland (Atomic Suunto Team) vor Alex Lugger, Heinz Verbnjak (Team Northland), Alex Fasser (Rennteam Alpbachtal) und Wolfi Klocker (Hagan-Martini Rennteam). Bei den Damen hieß die Reihung: Lydia Prugger (Suunto Team) vor Michi Essl (Hagan-Martini-Rennteam) und der Deutschen Judith Grassl.
Bis auf die Tatsache, dass die männliche Spitzengruppe von rund 10 weiteren potentiellen Stockerlläufern dicht gefolgt wurden, hatte diese Reihung mal nichts ungewöhnliches an sich…sie sollte sich allerding noch richtig ändern…
Im Rennverlauf ging es in der Folge noch einmal zum Hochkeil und 2 Mal zu den Mandlwänden hinauf…hochalpin, mit 50 (!) Spitzkehren auch dem entsprechend angelegt und mit einer Abfahrt im Bruchharsch auch jeweils mit einem lohnenden Abschluss gekürt. Beim 2. Anstieg war sogar eine Tragepassage mit rund 100 hm eingebaut. Auf diesen technischen teilen und den vielen Wechseln entschied sich in der Folge in vielen Details das Rennen.
Hans Wieland, der strotzend vor Selbstvertrauen und Kraft in das Rennen gegangen war, hatte auch diese Woche wieder Pech. Nachdem er sich in der ersten Abfahrt verfahren hatte, brach ihm auch noch in der 2. Abfahrt sein Karbonschuh. Alex Lugger konnte daraufhin an ihm vorbeiziehen. Im letzten Anstieg wollte Hans daraufhin nochmal angreifen…und verlor prompt auch noch die Felle! Total frustriert beendete er das Rennen frühzeitig, was eine Vorentscheidung um den Meistertitel brachte. Um Platz 2 entbrannte dahinter ein dramatischer Kampf: in gewaltiger Form stürzte sich Heinz Verbnjak die Abfahrten hinunter und konnte Alex Fasser auf Distanz halten….aufwärts waren die beiden ständig gleichauf. Dann, beim letzten Aufziehen der Felle, konnte Fasser den Wechsel um ca. 20 Sekunden schneller als Verbnak beenden und ging als erster in den letzten Anstieg.
Fasser zog – den erstpaltzierten Lugger im Blickfeld – nun nochmal alle Register und rückte schon gefährlich auf. Auf der Abfahrt ließ aber auch Lugger nichts mehr anbrennen und beendete in 1:55:16 das Rennen. Fasser konnte mit 1:55:34 fast noch an der Medaille kratzen, Verbnjak sicherte mit 1:57:28 die Bronzene nach hinten ab.
Bei den Damen kam es zu einer Sensation: während die Ramsauerin Lydia Prugger in den vergangenen Rennen bisher immer relativ klar die Nase vorn hatte, schaute es heute anders aus. Zwar konnte Lydia zuerst klar Ihre Führung ausbauen. Aber schon nach den ersten beiden Abfahrten kam Michi immer näher….und das trotz der schwierigen Abfahrten, die ihr bisher nicht so sehr lagen. Auf dem letzten Anstieg, in der Tragepassage überholte Michi schließlich Lydia – der noch das Rennen von Spittal in den Knochen steckte. Auf der letzten Abfahrt riskierte Michi alles, um nicht noch von Lydia eingeholt zu werden. Sie konnte schließlich mit Ihren 20 Jahren als Österreichische Meisterin mit 2:24:14 über die Ziellinie zischen! Lydia Prugger folgte mit 2:29:59, danach die Deutsche Steffi Koch-Klinger mit 2:32:55.
Bei den Jungen gewann das Nachwuchstalent Philipp Brugger (ÖAV Zweig Innsbruck) aus Sistrans/Tirol – trotz mehrfachem Überschlag im Bruchharsch – mit 51:06 die Klasse Cadet und gleichzeitig die gesamte kurze Strecke! Ein Phänomen, dieser Bursche…was kommt da noch alles? Bei den Junioren räumte den Meistertitel der Bad Goiserer Günter Pernkopf (Adidas Martini Rennteam) ab, er finishte mit 51:49.
Die Knappen Königs Trophy war heuer im Jahr 2009 ein wunderbares Fest des Tourenskisports, ein Traum! Beste Stimmung, beste Athleten, beste Strecke und auch bestes Wetter…so sollen rennen sein! Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr in Mühlbach!
Übrigens: in der Sendung „Bundesland Heute“ kommt morgen ein Bericht über die Trophy in den Bundesländern Salzburg und Kärnten! Und in Salzburg TV läuft auch ein Bericht ab morgen!
Riap-Sport gratuliert zu den tollen Leistungen und Alex
"dem alten Fuchs" zum erneuten Meistertitel.
Platz 1-7 mit Riap-Sport Carbonsch?en freut uns besonders.
Martin, Riap-Sport