SUCHE   
Translate this page to english Schibergsteigen Schneeschuhgehen Berglaufen
 

NEWS
 
 Alle 
 Rennberichte 
 Interviews 
 Testberichte 
 Sonstiges 
 ASKIMO 
 User-Blog 

Rennbericht Wurmaulumrundung 2009

Von: Patrick Tritscher 27.04.2009
Kommentar verfassen | Weitersagen
Bewerten:
 
Vor 25 Jahren organisierten die Idealisten aus Vintl die Premiere dieses hochalpinen Rennens, und waren damit die Pioniere in Sachen Tourenskirennen auf Südtiroler Boden. Aufgrund von Ausfällen über die Jahre, hauptsächlich immer wegen den Verhältnissen in der steilen Stilonrinne, stand 2009 die 17. Auflage am Programm.

Die diesjährige Auflage stand unter guten Vorzeichen. Große Schneemengen im Laufe des Winters und eine gute Wetterprognose für die Woche unmittelbar vor dem Wettkampftag ließen ein schönes Rennen bei besten Frühjahrsverhältnissen erwarten. Am frühen Morgen des  Wurmaultags dann ein strahlend blauer Himmel und leichte Minusgrade am Start (08.00) in der Fane Alm/Jochtal auf 1740m Seehöhe.
Auf der Originalrunde sind von den 90 Teilnehmern 1600hm in zwei Anstiegen zu bewältigen. Der Weg zur ersten Hürde, der Steinkarscharte, beinhaltet schon ziemlich zu Beginn eine knapp 10minütige Tragepassage durch die „Schramme“. Vorm Start Gespräche, ob Ski angeschnallt oder Tragen. Die Entscheidung blieb jedem Einzelnen überlassen – die meisten dann mit Ski an den Füßen. Am Ende der Schramme führt die Strecke durch ein Tal mit abwechselnd relativ flachen Passagen und einigen kurzen, steilen und harten Buckeln ehe man in der Scharte 840hm über dem Start die Felle von den Skiern reißt. Die erste Abfahrt gehört zur Kategorie „Highspeed“. Ein zwar recht steiles Kar, aber breit und übersichtlich mit glatter Schneeauflage. Oben zuerst ein paar Schwünge im maximal 10cm tiefem Neuschnee, stechen die Läufer die unteren 2/3 dann mehr oder weniger in der Falllinie in eine weite Senke hinunter, um die Querung zum Wechselpunkt ohne zusätzlichen Kraftaufwand absolvieren zu können. Nach dem Anfellen im „Weitental“ eine längere Querung hinein in eine breite Rinne, die man in Spitzkehren zum Joch in der Enge (2739m) unterhalb des Wurmaulgipfels aufsteigt. Abfellen und noch einmal kräftig Durchschnaufen für die exakt 1000hm durch die Stilonrinne hinunter. Die ersten 250hm quasi eine breite Halfpipe in langen Schwüngen hinunter, taucht man dann in den steilen, von Lawinen unruhigen und aufgrund der frühen Tageszeit auch beinharten, schwierigen Abschnitt ein. Die beste Linie suchen, die Schwünge richtig ansetzen, über Löcher richtig entlasten, seitlich abrutschen und in den etwas glatteren Abschnitten keinen Buckel übersehen – ein wilder Ritt als kostenlose Massage, und dabei immer so locker wie möglich bleiben sollte. Irgendwann wird die Rinne dann breiter und man biegt hinaus auf einen Boden Richtung Fane Alm. Am Ende noch die leichte Übung einer 200m kurzen Laufstrecke ins Ziel direkt zwischen den zahlreichen Hütten der Alm.

Ladies first: Mit von der Partie Lydia Prugger, die als Neuling auf die Strecke geht. Leider gleich nach dem Startschuss erneut ein Problem mit der Bindung. Kurzentschlossen montiert sie die Ski sofort am Rucksack und nimmt das Rennen zu Fuß auf. Beim Anschnallen bockt die Bindung aber kräftig und die Zeit bis sie richtig durchstarten kann scheint endlos. Viele Konkurrentinnen sind nicht ab Start. Die vielfache Siegerin und in der Szene doch bekannte Astrid Renzler zwar dabei, aber sieben Wochen nach Geburt ihres zweiten Kindes sicherlich nicht in der Form vorangegangener Jahre. Lydia dann unsicher, wie sie nach dem Anschnallen liegt, merkt jedoch bald, dass sie schon vorne sein sollte. In der ersten Abfahrt aber der nächste  Schreck – ein Schuhdefekt, den sie erst nach einigem Tüfteln provisorisch beheben kann. Ab diesem weiteren Neustart ein kontrolliertes Rennen bis ins Ziel zum Sieg in der Zeit von 2,05,21. Den alten Streckenrekord trotz der ungewollten Zwischenstopps um mehr als 12min verbessert.

Bei den Männern sollte Manni Dorfmann in der aktuellen Form das Rennen machen, und geht auch gleich von Beginn an allein an die Spitze. Die steilen Rampen im ersten Anstieg sind aber nicht sein bevorzugtes Terrain und es schließen zwei Konkurrenten zu ihm auf. Im zweiten Anstieg dann Christian Eder und Manni Dorfmann deutlich voran. Manni sichert sich als starker Abfahrer dann den Sieg – nur 52sec. vor Christian Eder. Der dritte Anton Steiner bereits über 4min zurück.
Hier die Ergebnisliste

Sepp Tritscher reiht sich gleich nach dem Start in der Tragepassage um Platz 10 ein. Im weiteren Verlauf passieren nur sehr wenige Verschiebungen. Ein guter Wechsel und eine relativ gute Abfahrt bedeuten im Ziel eine Zeit von 1,44,30, mit der er sich am 9. Gesamtrang und den 3. Rang seiner Alterswertung klassiert. Ein Saisonabschluss, mit dem Sepp nicht unzufrieden sein kann.

Patrick Tritscher kennt die Strecke von einem Nebelrennen 2004, der unrhythmische erste Anstieg mit den steilen Aufschwüngen bedingen vollen Kampfgeist. Die erste Abfahrt dann sein Metier und mit einem schnellen Wechsel überholt er einige Konkurrenten. Zwei davon muss er wieder passieren lassen, doch der Abstand hält sich halbwegs in Grenzen. Der oberste Teil ins Joch in die Enge erfordert nochmals die letzte Anstrengung – eine etwas weniger steile Spuranlage wäre ihm lieber gewesen  (wie auch Sepp) – aber man muss es nehmen, wie es kommt. In der Stilonrinne macht Patrick zwei Plätze gut und läuft in 1,53,53 am 27. Rang ein. Als Gradmesser der Rückstand auf div. Leute herangezogen, kann er als Fazit schon eine sehr gute Leistung im Finalrennen der Saison ziehen.

Auch die Wurmaulumrundung zeigt, dass die Dichte der Leistungen der Athleten weiterhin zunimmt. 34 Leute finishten unter der 2h-Marke – bisher gab es diese Anzahl auch nicht nur annähernd. Darunter auch Franz Deisenberger, der ein sehr starkes Rennen macht und den 6. Platz belegt. Philipp Brugger, Nationalteam-Nachwuchs, wird 21. bzw. sogar 3. in der Rennklasse Jhg. 1980 und jünger. Sigi Scherer vom Riapsport-Team am Platz 45 und eine auch kleine Delegation aus dem Lesachtal war wieder angereist. Albert Tiefenbacher auf Rang 33 und Christoph Oberluggauer am 54. Platz.

Der Ausflug zu dem späten Rennen hat sich in jedem Fall gelohnt. Mit der schönen Runde bei super Bedingungen und guten Leistungen kann die Saison beruhigt abgeschlossen werden.
 

 
 
Franz Deisenberger siegte in Herren I

Von: Werner Brugger [zum Profil] 28.04.2009
Kommentar verfassen | Weitersagen
Bewerten:
 
Zu dem Rennen im herrlichen Gelände rund um die Wurmaulspitze und der Fanesalm hat Patrick Tritscher schon alle wesentlichen Details zur Strecke ausführlich geschildert. Ergänzend darf man anführen, dass Franz Deisenberger als Sechster der Rennklasse mit 1.44.30,07 (nur knapp fünf Minuten hinter Dorfmann!) nicht nur schnellster Österreicher vor Sepp Tritscher (1.44.30,07) und Philipp Brugger (1.51.12,04) war, sondern damit auch die Herren I gewann! Und bei der Aufzählung der zahlreichen Österreicher fehlte ein Name, das darf nachgetragen werden: Bruno Wilberger (17, Seefeld) bot auch eine sehr gute Leistung: der 17-jährige Seefelder finishte mit 2.04.17, das bedeutete Rang 6 in der Rennklasse.
 
 
Kommentar verfassen | Weitersagen | Bewerten:

 




 
Teaser

 
     

Kontakt / Impressum / Hilfe / Austria Skitour Cup 2007 / info@astc.at / Webdesign by Team for Multimedia/ Media Concept

TEASER