Freud und Leid lagen eng beieinander heute in Italien. Michaela Essl (SBG) konnte zwar den hervorragenden 7. Gesamtrang hart erkämpfen, das zweite heiße Eisen im Feuer, Lydia Prugger (STMK), fiel während des Rennens aber leider aus und Lex Lugger (KTN) war nach der Panne gestern nicht gestartet, sondern betreute die beiden Damen während des Wettkampfs.
Es war eine Kälteschlacht heute im Aostatal. Minus 22°C zeigte das Thermometer um 18:00 Uhr beim Start an. Aufgrund der extremen Temperaturen wurde das Rennen vom hoch gelegenen Grat etwas herunter verlegt und den Athleten vorgeschrieben, mit der Überbekleidung zu starten. Eine weise Entscheidung der Organisationsleitung, die auch während des gesamten Rennverlaufs super agierte.
Am Start standen für Österreich in den soeben angelieferten extrem leichten ADIDAS Überklamotten 2 Paar Handschuhen übereinander und die BUFFS bis über die Nase gezogen Michi und Lydia. Alex als Betreuer war die Sache bei den Temperaturen gar nicht so recht, aber die vom OK getroffenen Maßnahmen zum Schutz der Athleten waren ausreichend.
Die beiden Mädels sprinteten im starken Umfeld weg wie die Raketen. Im ersten Anstieg war Michi auf Platz 6, Lydia auf Platz 7. In dieser Reihung gings auch in die erste Abfahrt und in den zweiten Anstieg. Lydia ging es sehr gut, und sie setzte eben an, Michi zu überholen. Und dann passierte es: wie viele, viele andere Athleten verlor Lydia ein Fell. In weiser Voraussicht hatte sie bei diesen Temperaturen vorgesorgt und insgesamt 3 Paar Felle eingepackt. Bis zu den Knien im Schnee stehend versuchte Sie verzweifelt, wieder etwas auf den Ski zu kleben…vergebens, kein einiges der Felle klebte. Frustriert warf Lydia das Handtuch und brach Ihr Rennen ab. Michi fightete inzwischen wie eine Löwin weiter. Mit eiskalten Fingern und halb gefrorenem Gesicht lief sie im Feld der allerbesten Damen der Welt zwischen Rang 5 und 7 mit. Am Ende des Rennens konnte sie sich auf den hervorragenden Platz 7 einreihen, mehr war wegen der besseren Ortskenntnis manch anderer Damen bei diesem Nachtrennen nicht drin. Gewonnen wurde das Rennen schließlich von Miro Mireia (ESP) vor Francesca Martinelli (ITA) und Laetitia Roux (FRA).
Mit der guten Platzierung vom Michi war der Start in Pila trotz aller Widrigkeiten doch eine tolle Sache. Gerade eben stehen unsere Athleten und Fotograf Fred Ruff unter der heißen Dusche um die ausgefrorenen Knochen wieder zu erwärmen. Heute wird nochmal in Pila übernachtet, morgen geht’s mit dem Auto nach Hause. Gut gemacht, Mädels und Burschen!
PS.: die Ergebnisse sind noch nicht online, werden sicher aber demnächst auf www.pilaskyrace.com veröffentlicht.