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Stellungnahme zum Lawinenunfall in Tirol

Von: Karl Posch 01.02.2010
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Nach allen uns zur Verfügung stehenden Informationen nach dem glimpflich ausgegangenen Lawinenunfall in Tirol vom vergangenen Wochenende ist es uns ein Anliegen als Bundefachverbandes für Wettkampf-Skibergsteigen Stellung zu nehmen:
 
Zunächst freuen wir uns sehr, dass der auch in Wettkampfkreisen bekannte und auch als Funktionär geschätzte Tourenskisportler den Unfall so gut überstanden hat. Die Bergretter haben hier – wieder einmal – eine tolle Arbeit geleistet, Ihnen sei für Ihren Einsatz herzlich gedankt.
 
Nicht konform können wir mit der Leichtsinnigkeit des Sportlers gehen, kein LVS Gerät und keine weiterführende Sicherheitsausrüstung dabei gehabt zu haben. Für jeden Skitourengeher, ob nun Hobby-, ein so genannter Genussgeher oder Wettkämpfer hat zu gelten: freies, alpines Gelände = komplette Sicherheitsausrüstung (LVS, Schaufel, Sonde; ggf. Lawinenairbag), Ausrüstungscheck vor dem Abmarsch. Eine Information über den aktuellen Lawinenlagebericht und örtliche Besonderheiten sollten ebenfalls Standard sein.
 
Das richtige Verhalten im alpinen Gelände, Verschüttetensuchübungen sind bei uns in jedem Lehrgang des Nationalteams, bei Jugendcamps ein wesentlicher Bestandteil. Zusätzlich zur kompletten LVS-Ausrüstung empfehlen wir das Tragen eines Skitourenhelmes, die bei unseren Rennen ebenfalls zur Standardausrüstung gehören. Für jeden Tourengeher sollte zudem eine Ausbildung bei den alpinen Vereinen oder den Bergrettungsortsstellen selbstverständlich sein.
 
Es könnte der fälschliche Eindruck entstehen, dass Tourengeher und insbesondere Skitourenwettkämpfer/Innen besonders risikofreudig sind. Viele unserer Mitglieder haben uns heute auf diesen Umstand schon hingewiesen und geradezu darauf gepocht, in Sachen Sicherheit deutlich Stellung zu beziehen.
 
Der hohe Sicherheitsstandard bei Wettkämpfen dürfte dazu geführt haben, dass wir in den vergangenen neun Jahren bei allen Rennen (rund 500)  bis heute keinen schweren Unfall zu verzeichnen hatten. Auch wegen der sehr peniblen Streckenauswahl, die stets mit örtlich Verantwortlichen der Lawinenkommissionen und mit Bergführern festgelegt werden. Aber eines ist uns klar: bei allem Sicherheitsdenken, ein Restrisiko bleibt, wie bei vielen anderen Sportarten, bestehen. Dem sind wir uns bewusst.
 
Mit der höflichen Bitte um Kenntnisnahme verbleiben wir
Das ASKIMO- Präsidium
 
Links zum Thema:
http://tirol.orf.at/stories/419906
http://tirol.orf.at/stories/420078
 
 
Stellungnahme zum Lawinenunfall in Tirol

Von: Martin Gruener [zum Profil] 01.02.2010
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hallo karl, hallo skitourenfreunde!
 
Du hast in deiner Antwort zum Lawinenunfall in Tirol absolut recht. Durch Leichtsinn kommt es "oft" zu den großen Unfällen; gerade der Skitourensport, in meinen Augen eine der schönsten und emotionsreichsten Freiluftsportarten der Welt, ist eine der gefählichsten Sportarten, denn die Natur gibt Regeln vor, an die wir uns einfach halten müssen, ob Hobby- oder Profiathlet, hier gelten für alle die gleichen Regeln. Es gibt keine Ausreden, wie "ja, da bin ich schon 100-mal hochgegangen", oder "den berg kenn ich in-und auswendig"...die Natur verzeiht nichts! Dies zum einen.
 
Ein anderer Punkt ist, dass WIR rennmäßig aktive Skitourengeher den Hobbyathleten doch ein Vorbild sein sollten, oder? Gerade deshalb verstehe ich den Leichtsinn des Sportlers (den ich nebenbei auch kenne) nicht? Es gibt nicht die Ausrede, ich gehe 4mal die Woche auf diesen Berg...ohne VS-Gerät geht normalerweise kein Skitourengeher ins Gelände? oder hab ich unrecht? Bitte um eure Kommentare! p.s. auf diesem Wege auch gute Genesung dem Verletzten und alles Gute!
 
 

Von: Werner Brugger [zum Profil] 02.02.2010
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Wir, das ist der Vorstand des ASKIMO Tirol (Landesfachverband Wettkampf-Skibergsteigen), die Tiroler Mitglieder des Nationalteams sowie zahlreiche Tourenkollegen aus seinem Umfeld (u. a. von seinem Rennteam Alpbachtal)
 
 
  • distanzieren uns nachdrücklich von Stefan Widauers Fehlverhalten am Berg (keine Gefahreneinschätzung, keine LVS-Ausrüstung), 
  • und insbesondere von seinen bis heute bekannten Äusserungen und der medialen Inszenierung.
  • Diese entsprechen nicht unserem Gedankengut und unserem Verhalten am Berg, Sicherheit steht an erster Stelle, das unnötige Gefährden Dritter fahrlässig heraufzubeschwören ist zu verurteilen.
  • Alle unter uns, besonders jene Skitourenrennsportler/innen, die auch als Bergretter, Alpingendarmen, Bergführer agieren, sind über Stefans Äusserungen bestürzt
  • Möglicherweise ist sein Verhalten auf einen noch vorhandenen Schock zurrückzuführen, vielleicht war er schlichtweg mit dem Medieninteresse an diesem glimpflich verlaufenen Unfall überfordert. Wir hoffen, dass er in den nächsten Tagen zur Vernunft kommt und warten darauf, ob und wie er sich zu seinen ersten Stellungnahmen äussert. Demut, Dankbarkeit und Zurückhaltung wären ihm wesentlich besser zu Gesicht gestanden.
  • Es ist ihm nicht zu empfehlen, an den nächsten Skitourenrennen teilzunehmen, denn da wird ihm von anderen Teilnehmer/Innen „ein mehr als kalter Wind entgegen blasen“.

  •  
    Wir ersuchen unsere Haltung bei der Betrachtung des Unfalls zu berücksichtigen, da es für unseren Sport fatal wäre, durch das Fehlverhalten eines Einzelnen in das Eck risikofreudiger, verantwortungsloser Skitouren(renn)sportler/Innen gedrückt zu werden. Die Unterzeichneten bringen diese Meinung auch im Namen dutzender anderer Kollegen/Innen der Szene aus ganz Österreich zum Ausdruck, die uns per Telefon und Mail ebenfalls ihr Unverständnis mitteilten.
     
    Mit der höflichen Bitte um Kenntnisnahme verbleiben wir mit sportlichen Grüßen
     
    Vorstand ASKIMO Tirol (Werner Brugger/Sistrans, Tel. 0664-4610437, Mag. Florian Landl/Brixlegg, Ing. Josef Moser/Jenbach);
     
    Tiroler Mitglieder des Nationalteams (Alexander Fasser/Lermoos, Wolfgang Klocker/Amlach, Martin Bader/Innsbruck, Veronika Swidrak/Kramsach, Philipp Brugger/Sistrans, Martin Islitzer/Prägraten, Martin Weisskopf/Prägraten)
     
    Kollegen des Rennteam Alpbachtal (Ulli Lackner/Kramsach, Manfred Holzer/Gerlosberg, Viktor Horvath/Achenkirch) Theo Unterrader/Alpbach, Othmar Leo/Alpbach
     
     
    mit der Bitte um Verzeihung...

    Von: Stefan Widauer [zum Profil] 02.02.2010
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    Ich möchte mich aufrichtig für meine dumme Aktion entschuldigen. Es tut mir extrem leid, dass ich durch mein riskantes und leichtsinniges Verhalten so unangenehm aufgefallen bin. Es war nie meine Absicht, einen von euch oder unsre Gemeinschaft zu gefährden oder in den Dreck zu ziehn...hab a paar Zeilen auf meiner Website gschrieben.
     
    Gruss,Stefan
    Links zum Thema:
    stefanwidauer.at
     
     
    Medienarbeit

    Von: Richard Zinthauer [zum Profil] 02.02.2010
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    Grundsätzlich muss man aber Interviews schon autorisieren bzw der Nennung des gesamten Namens in Printmedien zustimmen; sonst gibt es keine Medienpräsenz von Bludenz bis Mörbisch.
     
    MFG Richard Zinthauer
     
     

    Von: X X [zum Profil] 02.02.2010
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    Ihr könnt alle froh sein, dass Stefan Widauer noch unter uns ist und das alles nochmal relativ gut abgelaufen ist!!!!!
    Zum Glück gibt es bei solchen Fällen die "Bergrettung", aber anscheinend (laut Radio und Presse) hört es sich so an, als würden die Bergretter lieber einen TOTEN statt einem LEBENDEN bergen.Er hat zwar einen Fehler gemacht, hat es auch eingesehen und hat sich auch dafür entschuldigt und sich bei seinen Rettern herzlichst bedankt.Ich würde sagen, mehr als sich für einen Fehler zu entschuldigen und sich bei den Rettern bedanken, würde ein anderer auch nicht machen können!!!!
     
     
    Andi Ringhofer

    Von: Andreas Ringhofer [zum Profil] 02.02.2010
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    Am heutigen Tag wurde ich persönlich von Stefan Widauer kontaktiert. Man sollte ihn jetzt nicht durch zu harte Kritik an die Wand stellen und über ihn schimpfen. Wir sind alle nicht fehlerfrei und jeder sollte aus diesem Vorfall lernen.
     
    Andi Ringhofer
     
     

    Von: Xxx Xxx [zum Profil] 02.02.2010
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    bezüglich stefans entschuldigung - die leider von den medien unter den teppich gekehrt worden ist- möchte ich darauf hinweisen dass auf seiner webseite die ORIGINALAUFNAHMEN, die sein vater beim interview aufgenommen hat zur verfügung stehen. Gebt ihm eine gerechtfertigte chance und schaut es euch an!!!!! dann seht ihr nicht die zusammengeschnittene Version der Medien.lg
     
     

    Von: Bernhard Haller [zum Profil] 02.02.2010
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    Es ist leider erschreckend welche "Lawine" hier medial, ob gewollt oder "leichtsinnig" losgetreten wurde. In Tirol ist dieses Unglück in sämtlichen nahmhaften Printmedien und TV- Nachrichten mit Großaufnahmen von Stefan breitgetreten worden. Heute bei einer Skitour mit Freunden war es auch das Tagesthema, und bekommt nur Kopfschütteln gezeigt.
    Die einhellige Meinung aller war,dass diese zweite Lawine alles noch viel schlimmer gemacht hat.Man muss einfach wissen,wann man zurückrudern sollte, es ist irgendwann zu spät....
     
     
    Sein Papa

    Von: Karl Widauer [zum Profil] 02.02.2010
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    Unser Stefan hat einen fatalen Fehler gemacht und diesen Leichtsinn fast mit seinem Leben bezahlen müssen.Was er durchstehen musste ist unvorstellbar!
    Wir (seine Mama und ich) sind heilfroh, dass wir ihn wieder haben! Ich habe am Montag den Einsatzleiter der Bergrettung angerufen und mich bedankt. Er freute sich darüber und sagte noch humorvoll "dazu sind wir auch schließlich da." Diesen Leuten an der Basis gehört meine volle Hochachtung! Warum Stefans Dank an seine Retter bei Interview und sein Apell an die Schitourengeher nicht gesendet wurde, verstehe ich nicht.Ich verstehe auch so manch andere Reaktion nicht ganz. Stefan wird immer unsere volle Unterstuetzung haben, trotz seiner kleinen Fehler!
    Mein Rat an ihn:Wie heisst es in einem Wienerlied: Schau dir deine Freunderl guat an.....
     
     

    Von: Sebastian Ruckensteiner [zum Profil] 03.02.2010
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    Also ich halte die Kritik des Verbandes an Stefans Verhalten für völlig überzogen. Vielmehr wäre es angebracht gewesen, ihn vor den unqualifizierten Angriffen seitens des Bergrettungschefs Veider zu verteidigen. Dieser fällt immer wieder durch mediengerechte Äusserungen auf. Verunfallte gefährden die Bergretter und es seien soundsoviel Bergretter schon verunglückt...etc.
    Kein Bergretter ist gezwungen, dabei zu sein und bei einem konkreten Einsatz mitzumachen, wenn es zu riskant ist. Überhaupt ist fast jeder Einsatz der Bergrettung auf ein Fehlverhalten des Verunfallten zurückzuführen. Ich glaube auch nicht, dass einer der Bergretter, die Stefan aus der Lawine rausgeholt haben, solche Kritik an Stefan übt, wie es Veider tut.
    Es geht hier offenbar darum, sich in Szene zu setzen.
     
     

    Von: Dipl. Ing. Stefan Kogler [zum Profil] 04.02.2010
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    Also ich gebe Sebastian insofern recht als dass die Kritiken an Stefan Widauer doch ziemlich überzogen sind. Wir sollten froh sein dass der Unfall so glimpflich ausgegangen ist. Stefan jetzt egoistisch und präpotent zu bezeichnen finde ich nachvollziehbar aber etwas krass - er muss ohnehin von allen erdenklichen Seiten Schläge einstecken.
     
    Der einzig wirklich berechtigte Kritikpunkt ist sein Entschluss in den gefährlichen Hang einzufahren, davor hätte ihn aber auch keine noch so gute Ausrüstung bewahrt.Die Geister die Stefan rief wird er nicht mehr los - das wäre wohl ein weiterer Kritikpunkt. Wir wissen wozu Medien imstande sind, dass haben sie mit der Darstellung in diesem Fall wieder eindeutig bewiesen. Ich vermisse hier vor allem Kritik an deren tendentiellen Berichterstattung. Aber diese Lektion hat Stefan mit Sicherheit gelernt.Ich finde es nicht fair und Hand aufs Herz - wir sind alle nicht frei von Fehlern, wer es dennoch ist werfe den ersten Stein!
     
    Aus Fehlern wird man klug und Stefan wird das mehr als beherzigen. Nehmen wir das Positive aus der Geschichte mit - niemand ist zu Schaden gekommen...
     
     
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