Wir haben GOLD! Wer hätte das gedacht…wir haben seit heute mit Michi Essl eine echte Weltmeisterin bei uns im Team. Und dazu einige Mannschaftsmitglieder, die gewaltige Leistungen gezeigt haben und sich im internationalen Umfeld deutlich zu Wort gemeldet haben.
Der Tag heute fing garnicht so erfreulich an. Schweinewetter, Schneefall und Kälte. Schon am frühen Morgen erreichte uns die Nachricht, dass der Start um eine Stunde verschoben ist. Die Strecke musste wegen des Neuschnees –zwar nur 10 cm, dafür aber auf einer wunderbaren Gleitschicht – leicht verändert werden, um der Lawinengefahr auszuweichen. Dem entsprechend mussten die Organisatoren nachspuren, was einfach Zeit brauchte. Als dann nach Grau Roix aufgebrochen wurde (ein lustiger Tross, bestehend aus den alten Bekannten und vielen Exoten aus Korea, China etc) war der Nebel dicht, die Aussichten auf ein schönes Rennen gering. Trotzdem wars dann aber garnicht so schlecht vor Ort…am Start auf 2.100 Höhenmetern herrsten durchaus akzeptable Bedingungen, erst auf über 2.500 Metern hing der Nebel.
Der Start fand schließlich auf verkürzter Strecke (ca. 1.550 hm) um 10:45 statt, Damen und Herren gemeinsam. Anfangs gings auf einer Piste aufwärts, schnell gings aber ins Gelände. Die Spur war zwar vorbildlich angelegt, aber dennoch war durch die dünne Neuschneeauflage das richtige steigen schwierig. Immer wieder rutschte die Spur auf der Eis- und Harschschicht weg, ein Rhythmus war schwer zu finden. Die Strecke war super alpin, und die schwierigen Verhältnisse zusammen mit Nebel und Wind sowie der Höhenlage forderte vieel Aufgaben. Darunter gleich im ersten Anstieg die Spanierin Miro Mireia, die direkte Konkurrentin von Michi Essl.
Unsere Helden krallten sich in den Spitzengruppen ihrer Klassen fest. Mit zunehmender Dauer des Rennens kamen die Alpenländer immer besser in Schwung und machten Platz um Platz gut. Die Ausnahme war leider Markus Stock, der mit dem Ersatzschuh von Jakob Herrmann gestartet war und mit diesem auch wieder einen Bruch erlitt. Er kämpfte sich wacker über 2/3 der Strecke, bis er schließlich nach dem 2. Anstieg entnervt aufgab..“das hat keinen Sinn“.
Währenddessen waren die anderen gut im Rennen. Alex Fasser ging ein konstantes und schnelles Rennen, präzise wie ein Uhrwerk. Jakob Herrmann kam ausgesprochen gut in seinen Rhythmus, holte sukzessive auf und konnte vor allem auf den Abfahrten Meter gut machen…bis es ihn überschlug. Daraufhin nahm er ein wenig Gas heraus, setzte aber den Erfolgskurs fort. Wolfi Klocker fluchte zwar über Probleme mit dem Material, konnte sich aber mit seiner Routine gut halten.
Lydia Prugger war wieder – wie schon beim Vertical – super gut unterwegs, hatte zu jeder Zeit des Rennens Reserven übrig und nutzte diese auch. Vroni Swidrak folgte auf dem Fuß, war konstant unterwegs und spielte ihre Routine aus. Und Michi Essl machte ebenfalls Platz um Platz gut, ärgerte sich zwischendurch über „die Männer, die so langsam gehen und mich aufhalten“ und war bereits zur Hälfte des Rennens auf Silberkurs.
Bis zum Ende des Kurses änderte sich die Situation dramatisch zu den Gunsten von Michi. Sie konnte alle Ihre Klassen-Konkurrentinnen hinter sich lassen und blitzte schließlich als Siegerin der Espoir-Klasse ins Ziel. Sie konnte Ihren Erfolg zuerst gar nicht glauben: Goldmedaille im Rennen und Weltmeistertitel!
Die restliche Damenmannschaft finishte als sehr gute 13. (Lydia) und als 14. (Veronika). Durch einen Fehler von Lydia beim Wechsel – sie warf ein Abreiß-Visir weg, auf das hintenlassen von Material stehen hohe Strafen – wurde ihr im Nachhinein 1 Minute Strafzeit aufgebrummt. Dadurch änderte sich die Platzierung und sie und Veronika tauschten die Ränge: Vroni 13., Lydia 14.
In der Herren-Espoir Klasse reihte sich Jakob auf den Hervorragenden 7. Platz ein, eine Sensation! Alex Fasser errang in der Gesamtwertung mit einem sehr runden Lauf dem 19. Rang, Wolfi Klocker war mit seinem 31. Platz unzufrieden, zu viele Mängel sah er selber in seinem Lauf.
Alles in allem eine solide Mannschaftsleistung, sie von der ertsen Goldmedaille in der Geschichte des Österreichischen Skibergsteigens überstrahlt wird. Wenn man bedenkt, mit welchen Mitteln die Österreichischen Athleten arbeiten (müssen), und dass praktisch keine Möglichkeiten für ein systematische Aufbauarbeit zur Verfügung stehen, dann sind diese Leistungen im Vergleich mit den arrivierten Nationen mehr als beachtenswert. Man bedenke: Wettkampf- Skibergsteigen ist in Österreich keine Sportart. Das kann nicht einmal Frau Wang Pi, Teilnehmerin aus China, glauben.
Ein historischer Tag, der viel Mühe, Sorge und Arbeit kurzfristig vergessen macht. Vielleicht bringt uns diese Goldmedaille ein bisschen mehr Verständnis in der Öffentlichkeit. Heute wird jedenfalls mal gefeiert.
Morgen geht’s zum Jugendrennen. Die drei Jungen (Philipp Brugger, Martin Islitzer und Martin Weisskopf) sind gut vorbereitet und freuen sich auf Ihren Einsatz. Die Strecke wird original durchgeführt werden, das Wetter soll sich auch bessern.
Da kann man wirklich gar nicht genug gratulieren! Eine Weltmeisterin aus Oesterreich... ein Traum. Hoffen wir, dass der Michi ihr Erfolg auch endlich die Anerkennung bringt, die sie und ihre Kollegen mit solchen Leistungen nun wirklich verdient haetten! Jetzt aber auf jeden Fall: den wahnsinns Erfolg g'scheit feiern!