Die Tourengeher Österreichs trafen sich am Samstag, dem 29.3.2008 auf dem Dachstein um den Besten ihrer Sportart zu ermitteln. Der Dachstein Xtreme ist in Österreich das Aushängeschild der Wettkämpfe im Skibergsteigen, er hat den Ruf als das härteste Tourenski-Rennen der Ostalpen. Auf 16,9 Kilometern haben die Athleten 1960 Höhenmeter zu überwinden, wobei der höchste Punkt sie auch auf den Dachstein führt, welcher mit knapp 3000 Metern der höchste Berg Oberösterreichs und der Steiermark ist. Nach dem Erfolg des Vorjahres, wo der Dachstein Xtreme sogar als Weltcup Rennen geführt worden ist, waren auch heuer wieder rund 110 Starter bereit, sich den Berggipfeln entgegen zu kämpfen.
Normalerweise sind wir als Alpenregion ja froh um den Schnee, dieses Mal hätte er uns aber fast einen Strich durch die Rechnung gemacht. Anstelle der ursprünglichen Strecke, fand der ganze Rennverlauf auf dem Gletscherplateau statt, die Lawinengefahr wäre auf dem Weg von der Seilbahn Talstation hinauf zur Bergstation einfach zu groß gewesen. Weil sich der Wettergott aber ab Mittag gnädig zeigte, konnte mit Hilfe einer kurzen Startverschiebung das Highlight des Rennens, der Hohe Dachstein, in der Strecke behalten werden und die Ersatzstrecke, welche an die den Athleten bereits gut bekannte Weltcupstrecke vom Vorjahr anlehnt, ist somit wirklich gut gelungen. Gestartet wurde auf der Bergstation der Dachstein Seilbahn, nach einem Massenstart stürzten sich die Sportler waghalsig in einer rasanten Fahrt den Gletscher hinunter. In Spitzkehren ging es aber kurz darauf schon wieder hoch auf den Gjaidstein. Den härtesten Teil stellte aber der Anstieg auf den Hohen Dachstein dar. Die Strecke führte über einen Klettersteig auf den 3000 Meter hohen Dachsteingipfel. Die Ski auf dem Rucksack und gesichert mit einem Klettergurt kämpften sich die Athleten nach oben, überquerten den Gipfel hinunter zum Gosaugletscher, um über die Steinerscharte wieder auf die andere Seite zu wechseln. Nach der Abfahrt Richtung Simony Hütte ging es den letzten Aufstieg rasant hinauf in den Zielbereich, wo die Läufer von zahlreichen Zuschauern erwartet wurden.
Nach insgesamt drei Tragepassagen, vier Abfahrten und fünf Anstiegen erreichte schließlich der erste Läufer das Ziel am Hunerkogel. Der Kärntner und amtierende Österreichische Meister Alexander Lugger erreichte das Ziel nach 16,9 Kilometern nach nur knapp über 2 Stunden und 11 Minuten, dicht gefolgt von seinem schweizer Kollegen Alexander Hug. Hug im Zielinterview: „In den technischen Passagen war Alex einfach unschlagbar, da hat er mir viel abgenommen. Ich gönne ihm den Sieg.“ Worauf sich Lugger auch gleich bei seinem Kollegen Hug bedankt, dass er zu Beginn des Rennens zum Großteil die Arbeit des Anspurens übernommen hat. Treffend vom Moderator Moser „das Rennen der Alexander“. Der Salzburger Hans Wieland, wie Lugger Mitglied des österreichischen Nationalteams, erreichte als Dritter das Ziel. Stark auch die Tiroler Nationalteammitglieder Fasser Alexander und Klocker Wolfgang auf Rang fünf und sechs. Dazwischen nur der Slovene Kuhar Nejc.
Bei den Damen entschied die Favoritin und Lokalmatadorin aus der Steiermark, Lydia Prugger das Rennen für sich. Nachdem Lydia wie auch ihre männlichen Kollegen bereits bei der Weltmeisterschaft 2008 mit ihren Top Leistungen aufgezeigt hat, präsentierte sie sich auch bei diesem Rennen als unschlagbar. Für ihre Verfolgerinnen Schwab Renate (Steiermark) und Monique Merrill (USA) war es unmöglich, sie einzuholen. Lustig der Umstand der Amerikanerin, wie sie zum Rennen gekommen ist: eigentlich wollte sie an einem Ski- Camp in Tirol teilnehmen. Sie erfuhr vom Dachstein Xtreme, packte kurzerhand ihre Sachen und kam nach Schladming zur Anmeldung. Beinahe wäre die Teilnahme daran gescheitert, dass sie nur eine Rucksack in Expeditionsgröße mit sich hatte und nirgends ein kleiner Rennrucksack aufzutreiben war. Aber dank der Athletenfamilie Tritscher lies sich mit einem Leihrucksack auch dieses Problem lösen.
Trotz widriger Verhältnisse waren die Teilnehmer vom Rennen begeistert, Alexander Lugger berichte im Ziel, dass zwar schlechte Sicht herrschte und die Spur vom starken Wind manchmal ziemlich eingeweht gewesen war. Zusammen mit den andern Athleten der Spitzengruppe wurde aber abwechselnd gespurt. Man sieht, dass trotz beinharter Wettkampfstimmung die Athleten untereinander gut miteinander umgehen und in Fall der Fälle auch zusammenarbeiten. Auch zahlreiche Zuschauer auf der Strecke und im Start-/Zielbereich trotzten dem kalten Wetter und wurden mit unglaublichen Leistungen der Athleten und im Verlauf des Rennens auch wunderbaren Anblicken der Bergwelt des Dachsteinmassives belohnt, denn pünktlich zum Zieleinlauf zeigte sich auch die Sonne. Unter den Zuschauern war auch bekannte Gesichter: so z.B. Sport- Staatssekretär Dr. Reinhold Lopatka, VAVÖ Präsident Dr. Franz Kassel, Oberst Karl Mammer vom Bundesheer und der österreichische Profi- Radfahrer Gerrit Glomser, um nur einige zu nennen.
Der Dachstein Xtreme fand aber auch heuer wieder international großen Anklang. Nachdem der Bewerb voriges Jahr bereits zu Weltcup Ehren gekommen ist, haben sich auch heuer wieder Athleten aus 8 Nationen entschlossen, um sich im Wettkampf zu messen.
Der Dachstein Xtreme stellte den Abschluss der nationalen Rennen dar, für das österreichische Nationalteam folgt aber in zwei Wochen noch das große Weltcup Finale in Madonna di Campiglio, wo sie ihre unglaubliche Stärke gegenüber den anderen Nationen wieder unter Beweis stellen und an ihre sensationellen Erfolge von der Weltmeisterschaft anschließen können.
Congrats für die tolle Veranstaltung!
Fotos by Heidi Ostermann.
Unser nächstes und zugleich letztes Skitourenrennen dieser Saison:
Der Ötzi Alpin Marathon im Schnalstal!
Checkt regelmässig unsre Website: Ums rennteam-alpbachtal wirds auch in der 'aperen' Saison nicht ruhig - wir nehmen an einigen Bergläufen und Bikeraces teil.
Die meisten von euch treffen wir ohnehin regelmässig, allen anderen wünschen wir viel Erfolg bis zum nächsten Winter!
PS: Wenn wer zufällig meine orangen Dynafit Steigeisen unterhalb der Steinerscharte gefunden hat - bitte melden.. Links zum Thema: rennteam-alpbachtal.at
Servus Karl,
hiermit möchte ich mich nochmals für deine "Anteilnahme" wegen unseres verunfallten Kollegen Willi bedanken! Es geht ihm den Umständen entsprechend- nach Informationen der Schladminger Ärzte ist das Kreuzband ab und das Seitenband beleidigt! Will ist bereits heute bei unserem Bänderspezialisten- wir hoffen, es gibt dann gute Nachrichten!
In jedem Fall ist für Willi die heurige PDG nur noch ein Traum- wichtig ist aber nur die vollständige Widerherstellung seines Knies. Wir haben ja noch viel gemeinsam vor!
Für den Dachstein extreme kann ich dir und den vielen namenlosen Helfern im Namen des STRABAG ALPIN TEAM nur "Vielen Dank" sagen!
Ihr Jungs habt gewaltiges geleistet!
Ein super Rennen- und mit all den Schwierigkeiten in der Woche davor (Schneefall, Wind, sch...Wetter)- habt ihr das perfekt hinbekommen!
Ein Erlebnis der nicht alltäglichen Art- wir sind froh, daß es solche Veranstalter in unserem Sport gibt.
Wünschenswert wäre, daß viel mehr Tourenschisportler an solchen Veranstaltungen teilnehmen- denn nur damit ist auch die Weiterführung solcher Events gewährleistet.
Nochmals Gratulation dem veranstalter!
lG
michl kraeftner