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2. Rang in der internationalen Militärwertung für Simair, Stock und Klocker
Die hart erkämpfte und wohl verdiente Silbermedaille
Nach dem Zieleinlauf nach 7 Stunden und 31 Minuten...
Das Kärntner Team
Tragepassage Rosablanche
Tragepassage Rosablanche
An dieser Menge können sich die österreichischen Zuschauer ein Beispiel nehmen...
Rennbericht 13. PDG- Patrouille des Glaciers

Von: Georg Simair 23.04.2008
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Die PDG ist für einen alpinistisch angehauchten Wettkampfskibergsteiger wohl das eindrucksvollste Einzelrennen in Europa.
Bei diesem Bewerb muss ein Teil der Haute Route von Zermatt über Arolla nach Verbier bezwungen werden.

Die Leistungsdaten lauten: 110 Leistungskilometer, 4.000 Hm. Der höchste Punkt liegt auf 3.650 Meter, Teilstrecken auf dem Gletscher müssen angeseilt aufgestiegen und abgefahren werden.
Der Start erfolgt zwischen Freitag 22.00  Uhr und Samstag 03.00 Uhr zur jeden vollen Stunde. Dabei muss man sich selbst so einschätzen können, dass man die vorgegebenen Durchlaufzeiten einhalten kann. Bei Zeitüberschreitung erfolgt die Herausnahme aus dem Rennen.

Das für das ÖBH startende Team mit Georg Simair, Wolfgang Klocker und Markus Stock erreichte in der internationalen Militärwertung mit 7 Std und 31 Minuten den sensationellen 2. Rang und wurden insgesamt als 12. klassiert. Und dies in einem mit 26 Nationen und ca. 350 Teams umfassenden Starterfeld!
 
Der Sieg ging an das Swiss Team gardes- frontiere mit Florent Troiller, Didier Moret und Alexader Hug in der Zeit von 6 Std. 24 Minuten vor den Franzosen mit Florent Perrier, Patrick Blanc und Gregory Gachet mit 6 Std. 31 Minuten und dem Schweizer Team Sovalco mit Rey Jean Yves, Taramarcaz Pierre Marie und Masserey Jean Daniel in 6:37.

Dieses Rennen startete in Zermatt mit aufgeschnallten Skiern und Tourenskischuhen. Mit den Laufschuhen an den Füßen ging es ca. 50 Minuten und 600 Hm nach Stafel. Hier wurden die Laufschuhe abgegeben und weiter ging es zum Kontrollposten Schönbiel auf 2.600 Meter Seehöhe. Von hier musste angeseilt zum höchsten Punkt auf die Tete Blanche 3.650 m aufgestiegen werden. Das Wetter war alles andere als gnädig, so musste gegen stürmische Winde und minus 20 °C angekämpft werden. Die Seilabfahrt zum Col de Bertol auf 3.268 m machte den Team ÖBH 2 deshalb ziemlich zu schaffen, weil mit einer Abfahrt im Tageslicht gerechnet und deshalb nur Minilampen mitgenommen wurden. Auf Grund des schlechten Wetters wollte es allerdings nicht aufhellen und so musste das Team Simair, Klocker und Stock im Blindflug abfahren.
 
Neben einer perfekten Ausrüstung war auch eine entsprechende Taktik gefragt, um diesen Streckenabschnitt ohne Erfrierungen zu überstehen.

Zur Hälfte des Rennens zwischen Arolla und Riedmatten trifft man auf die Teilnehmer der kurzen Strecke. Bei der Tragepassage zum Col de Riedmatten auf 2.919 m erreicht der Stau gewöhnlich den Höhepunkt. Alpinistisch versierte Wettkämpfer schummeln sich zwischen den Seilen natürlich leichter durch.

Beim Stausee Lac des Dix waren auf ca. 7 km Länge ordentliche Schub- und Skatingeigenschaften gefragt. Wolfi meinte, dass es ihm schon Krämpfe in den Oberarmen aufgezogen hätte.
Zur 3.160 m hohen Rosablanche mussten die letzten 300 Hm wieder zu Fuß aufgestiegen werden. Wer diesen Punkt erreicht hat, sollte das Gröbste überstanden haben. Denn nach einer schönen Abfahrt über so manchen "Puckel" (immerhin laufen mit der kurzen Strecke und mit dem Start von Mi/Do über 5.000!!! Teilnehmer mit) müssen nur noch 200 Hm im Aufstieg und 1.400 Hm in der Abfahrt überwunden werden. Bei diesem Downhill stellte es Wolfi noch kopfüber in den Pulver. Wie ein Schneemann und ohne Brillen durfte er skatend wieder aufschließen.

Die 2 Kilometer in das Ziel in Verbier sind trotz der tausenden Zuschauern noch ganz schön lang. Und auch wenn der F1 eine Quetschfalte hat, ist es kein Laufschuh...

Fazit: Das Rennen wird von der Schweizer Armee hervorragend organisiert. Hunderte Helfer verbringen ihre Milizübungen auf freiwilliger Basis für diese alpinistische und logistischer Herausvorderung. Die Sicherheit hat oberste Priorität, so werden alle Teams mit ordentlichen Lawinenschaufeln und Handys ausgestattet. Weiters konnte man 200 Teams mittels GPS Gerät live via Internet verfolgen. Neben einer Kontrollkarte erfolgte die Zeitnehmung mittels Chip.
Von vielen Spitzenteams wurden Dopingproben gezogen. Auch Georg musste diese Prozedur über sich ergehen lassen. Wir finden diese Maßnahmen aber als überfällig.

Wir waren uns aber einig: Wir kommen wieder!

Die Klassierungen der weiteren österr. Teams:
34. Rang ÖBH 3 in 8:37 (Santner, Gassmayer, Kanzian aus Kärnten)
38. Rang Austria Alpin Team in 8:53 (Tod, Hausmann, Morgenbesser aus Niederösterreich)
59. Rang ÖBH 1 in 9:40 (Fuchs, Leiter, Streitberger aus Salzburg)
62. Rang BR- Tirol in 9:43 (Landl, Koidl, Nothdurfter)
 

Links zum Thema:
www.pdg.ch
 
 
Gratulation, beeindruckend!

Von: Werner Brugger [zum Profil] 23.04.2008
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Allen Österreichern, die die PdG absolviert haben, möchte ich für diese Leistung gratulieren. Besonders dem spitzenplatzieren Trio Simair/Stock/Klocker. - 20 Grad usw. stellen schon enorme Anforderungen dar. Aber offensichtlich wird man von Eindrücken belohnt, die unbeschreiblich sind. Ob durch die faszinierende Hochgebirgslandschaft oder durch die tausenden von Zusehern, sodass das Erlebnis PdG wohl unvergesslich bleibt. Anmerkung: das durch Kollegen im Vorstand des ASKIMO Tirol auch sportliche Höchstleistungen erbracht werden, diesen Beweis trat unser Kassier an. Flo Landl mit seinen Kramsacher Bergrettungskollegen Harald Koidl und Thomas Nothdurfter passierten die Ziellinie unter 10 Stunden! Meine Hochachtung!
 
 
Erfahrungsbericht 13. Patrouille des Glaciers

Von: Christian Bode [zum Profil] 07.05.2008
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Gratulation zu der beeindruckenden Leistung der Patrouille 505 und zum hervorragenden zweiten Platz in der Wertung der internationalen Militärpatrouillen. Im Gegensatz zu Simair/Klocker/Stock, die fraglos zu den österreichischen Spitzenskibergsteigern zählen, waren wir als Hobbyläufer bei diesem ehrwürdigen Wettkampf ohne Ambitionen auf Platzierungen an den Start gegangen - unser Ziel lautete: Durchkommen!
 
Nachdem wir die Patrouille des Glaciers im Jahre 2006 als journalistische Zaungäste erleben durften, hatten wir uns - infiziert von der begeisternden Atmosphäre bei diesem Rennen - zwei Jahre lang akribisch auf die Herausforderung PDG 2008 vorbereitet. Neben jährlich etwa 80.000 Höhenmetern standen Radeinheiten und Läufe im Flachen auf dem Programm, eine Begehung des Parcours im April 2007 sollte Ortskenntnis vermitteln, eine Woche vor dem Rennen ging es für vier Tage ans Ortlermassiv, um Höhenluft zu schnuppern. Trotz der Gewissheit, gut präpariert nach Zermatt gereist zu sein, konnte unsere stetig steigende Aufregung am Starttag lediglich vorübergehend durch Ablenkungen wie anstehende Materialkontrollen und letzte Feinjustierung der Ausrüstung gemildert werden. Ihren Höhepunkt erreichte die Anspannung, als Brigadier Marius Robyr, Kommandant der PDG, bei der Ansprache in der Kirche von Zermatt die zu erwartenden Wetterbedingungen verkündete: "Le condition sont trés, trés mauvais."
 
Für die erste Gänsehaut sorgten jedoch nicht die angekündigte harten Bedingungen mit Eiseskälte und starkem Wind - am Start in Zermatt herrschten recht milde Temperaturen - sondern der unbeschreibliche Jubel, der uns nach dem Startschuss um 22:00 Uhr durch die von zahlreichen Zuschauern gesäumten Gassen des Schweizer Bergsteiger-Eldorados begleitete. Wenige Minuten später jenseits des Ortsausganges reduzierte sich die Geräuschkulisse auf das Klappern der Stöcke, das Knirschen des Schotters unter den Schuhen und das Atmen der Mitstreiter. Im Schein der Stirnlampen ging es hinauf nach Zmutt, wo der Nieselregen in leichtes Schneetreiben überging. Nach Überquerung einer Holzbrücke führte der Weg auf der anderen Talseite über eine lange, flache Passage nach Stafels, wo endlich angeschnallt werden konnte. Da wir bis hier in Tourenstiefeln gegangen waren, konnten wir zahlreiche Patrouillen unserer Startgruppe, die erst ihre Schuhe wechseln mussten, hinter uns lassen und eilten auf Fellen in Richtung des ersten Kontrollpostens Schönbiel. Ab hier erwartete uns der sicher härteste Abschnitt des Rennens, der Aufstieg zur Téte Blanche. Anseilen, und weiter ging es durch die zeitweise vom Mond in mystisches Licht getauchte Gletscherlandschaft. Hier wurde uns eindrücklich die Warnung des Kommandanten Robyr in Erinnerung gerufen: Bei Temperaturen um -20 Grad und stürmischen Böen mussten zunächst Windjacken, dann Fäustlinge und schließlich auch Windhosen und Gesichtsmasken aus dem Rucksack geholt werden. Nach jeder dieser kurzen Zwangspausen galt es, wieder Leben in die gefühllosen Hände zu bringen, zudem machte sich die Höhe bemerkbar. Der weithin sichtbaren Lichterschlange der Stirnlampen folgend, erspähten wir bald den auf 3650 m gelegenen Kontrollposten und beschlossen, Kälte und einsetzender Erschöpfung durch kurzen Aufenthalt im Armeezelt zu begegnen. Heißer Tee und der Anblick einiger am ganzen Leibe zitternder Patrouilleure brachten uns zu der Überzeugung, dass es uns so schlecht nicht geht. Also banden wir uns wieder ins Seil und stürzten uns in die erste Abfahrt.
 
Neuschnee hatte hier für günstige Verhältnisse gesorgt und die kurze Erholung im Zelt versetzte uns in die Lage, teils skatend, teils auf Fellen, das Tempo in Richtung Col de Bertol wieder ein wenig anzuziehen. So schafften wir es, um 5:41 Uhr unsere Laufkarte lochen zu lassen, uns auszubinden und für die Abfahrt zum Plans de Bertol fertig zu machen. Eile war geboten, es galt bis um spätestens 6:30 den Posten in Arolla zu erreichen. In der engen Wechselzone unterhalb der Bertolhütte überholte uns die spätere Siegerpatrouille der Schweizer Troillet/Moret/Hug, die bis hier satte fünf Stunden auf uns gutgemacht hatten! Der forsche Abfahrtsstil der Eidgenossen stachelte den Ehrgeiz noch einmal an, und wir folgten in den steilen, von eisigen Buckeln überzogenen Hang. Nach etwa hundert Metern hörte ich beim Überfahren einer Welle ein lautes Knacken. Schnell war klar, alle Knochen waren heil, doch der Blick nach unten - ich war nicht einmal gestürzt - zeigte: Schibruch! Da das Reglement der PDG vorsieht, dass ausscheidende Teilnehmer an einem der Kontrollposten "abgegeben" werden, kämpften wir uns zu dritt zum Col zurück. Etwa eine halbe Stunde später befand ich mich in der Obhut des Postenkommandanten und meine Kameraden setzten das Rennen zu zweit fort. Aufgrund der verlorenen Zeit wurden sie wegen Zeitüberschreitung in Arolla "neutralisiert" und nach Verbier transferiert. Mir blieb mit nur einem Schi nichts anderes übrig, als im Sanitätszelt auf den nächsten Helikopter zu warten, um ins Tal zu gelangen.
 
Im Zelt relativierten sich Ärger und Enttäuschung über das Ausscheiden: Ein Patrouilleur hatte die Abfahrt vom Col de Bertol zwar mit zwei heilen Schi überstanden, lag jedoch mit Halskrause auf dem Feldbett. Andere Teilnehmer warteten am Tropf hängend auf ihren Abtransport. Nachdem unser Team einige Stunden später in Verbier wieder gesund zusammengefunden hatte, resümierten wir: Die Bewältigung des längsten und härtesten Skitourenwettkampfes der Welt liegt auch für uns im Bereich des Möglichen. Wir werden die zwei Jahre bis zur 14. Patrouille des Glaciers intensiv nutzen und es erneut versuchen!
Links zum Thema:
www.pdg.ch
 
 
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